|
|
|
Mühle in der Ukraine
Öl auf Leinwand, 1941
35 x 46 cm
In beinahe schon romantischer Bildauffassung hat
C. O. Müller 1941 als
Kriegsmaler eine Mühle in der Ukraine festgehalten. Das mächtige
Mühlen-Anwesen mochte dem Maler als Synonym für die fruchtbare Landschaft
gegolten haben.
Schien sich Müller zu Beginn des Zweiten Weltkrieges den verheerenden
Verrohungen und Verwüstungen, die der Krieg mit sich brachte, noch eher
unkritisch genähert zu haben, so hat ihn die Bestialität an der Front
beinahe sprachlos werden lassen.
Zwei Miniaturen aus den Jahren 1939 und 1941, die sich dem „Moloch Krieg“
widmen, scheinen ein letztes „Anmalen“ gegen das Unsägliche. Beide
Miniaturen zeigen einen fischköpfigen Menschenfresser bei der „Arbeit“.
Ausdrücklich erinnern diese beiden Miniaturen an die Kunst Alfred Kubins,
der sich in seiner Grafik immer wieder mit den Nachtseiten des
Menschengeschlechts auseinandergesetzt hat.
Müller streicht den Themenkreis „Gewalt, Krieg und soziales Elend“ nach
1941 schließlich ganz aus seinem künstlerischen Repertoire. |