C. O. Müller - Galerie in der Residenz Eichstätt

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Leben und Werk

 

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Ende des Ersten Weltkrieges in München an der Staatlichen Kunstgewerbeschule begann und 1925 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Kunst in München als Meisterschüler fortgesetzt hatte, die formale Strenge Cézann’scher Porträts und Stillleben gesucht.

Schließlich, 1952, ein Jahr vor der „magischen Reise“ in die Provence, hat Müller den „Ortseingang von Dollnstein“ gemalt. Nur schwer kann man sich diese nüchterne Bestandsaufnahme von zwei technischen Anlagen, des Bahndamms und der Trasse für die Kanalisation eines Baches, ohne Paul Cézannes frühe Arbeit „Der Bahndurchstich“ mit der Montagne Sainte-Victoire (um 1870) vorstellen. Müller hat über die Malweise Cézannes künstlerisch und bildnerisch nachgedacht.

Die Inkubationszeit, ehe Müller die bei anderen Malern als richtig erkannten bildnerischen Gesetze auch für sich als Richtschnur akzeptierte, betrug allerdings bisweilen 20 und noch mehr Jahre. So hatte Müller beispielsweise das Werk des Franzosen Honoré Daumier in der Münchner Pinakothek schon in den 1920er Jahren kennen gelernt. Daumiers beißende Satire, sein dramatischer Erzählstil und seine monumental vereinfachende Formensprache beeindruckten ihn. Dennoch dauerte es bis 1944,

 

ehe Müller, angeregt von dem Münchner Maler Franz Naager, mit dem da begonnenen Don Quijote-Zyklus ein Thema gefunden hatte, das ihn buchstäblich dazu einlud, sich ganz und gar eigenständig der bildnerischen und erzählerischen Satire Honoré Daumiers zu bedienen.

Früher schon, nämlich bereits 1927, bricht sich Müllers Blick auf die Frau als immerwährendes Thema seiner Kunst vorsichtig die Bahn. So ist das Bildnis der jungen Ilse Becker, die Müller im August 1930 heiratete, und die er 1927 in einer lasierend skizzenhaften Malweise frech und zupackend porträtiert hat, von anhaltender Präsenz und Sinnlichkeit bestimmt.

Der Halbakt „Agnes“ aus dem Jahr 1934 lässt in seiner klassisch-akademischen Körpermodellierung gar alle gleichzeitige Figurenmalerei vergessen, die sich in den 1930er Jahren in Müllers Umfeld an der Körpermodellierung auf der Grundlage geometrischer Formen abmühte.

1941 musste Müller als Kriegsmaler zur Heeresgruppe von Manstein einrücken. Allerdings erkrankte er bei den Einsätzen in Rumänien, Südrussland und auf der Krim so schwer an der Ruhr, dass er 1942 vom Kriegsdienst freigestellt wurde.

 

 

Chronologische Biografie

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